„Wir stehen für mehr als Wohnen“

Wie versteht sich die Hawobau? Und wohin will sie sich entwickeln? Ein Gespräch mit Holger Kazzer, dem Geschäftsführer der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft, über Kundenorientierung, Nachhaltigkeit und das neue Logo.

Herr Kazzer, wofür steht die Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft?

Holger Kazzer: Wir wollen für die Mieter mehr sein als der klassische Vermieter.

Indem wir den Menschen in den Mittelpunkt stellen, werden wir unserer sozialen Verantwortung rund um das Thema Wohnen gerecht und wirken so auch nachhaltig auf Lebensqualität und Wohnumfeld ein. Gleichzeitig ist es für uns eine zentrale Herausforderung, sich den wandelnden Bedürfnissen an das Wohnen anzupassen. Zudem sehen wir es als Besonderheit an, dass wir Wohnraum für jede Lebenslage und verschiedenste Generationen anbieten. Schon jetzt leben viele Familien bis in die dritte Generation bei uns und auch künftig wollen wir für die Enkel der jetzigen Mietergeneration Wohnraum bereitstellen.

Was ist noch charakteristisch?

Kazzer: Wir stehen für mehr als Wohnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Städten aus der Umgebung haben wir wenig verdichtete Wohngebiete im Angebot und bieten somit außerhalb der Wohnung ein Plus an Aufenthaltsqualität. Dies zeigt sich insbesondere in großzügigen Grünflächen und ins Leben gerufenen Mietergärten, aber auch im Umfang unserer Spielflächen für unsere kleinen Mieter. Feste und andere gemeinsame Aktionen mit und für die Mieterschaft sind zudem eine willkommene Abwechslung, um ins Gespräch zu kommen und das Gemeinwohl zu fördern.

Sie sprechen von der Herausforderung, wandelnden Bedürfnissen an das Wohnen gerecht zu werden. Können Sie Beispiele dafür nennen?

Kazzer: Zu nennen sind die klassischen Bereiche wie demografische Entwicklung und energetische Sanierung, aber auch individuelle Punkte. Etwa, indem wir auf Gestaltungswünsche von Mietern eingehen. Wir haben beispielsweise mit der Neugestaltung vieler Eingangsbereiche Anregungen von Mietern aufgenommen und umgesetzt. So verstehen wir Kundenorientierung: Dass wir einen wesentlichen Beitrag zur Lösung der Probleme unserer Kunden leisten.

Worin äußert sich die Kundenorientierung der Hawobau außerdem?

Kazzer: Wir verstehen uns als ein Service-Unternehmen. Unsere Definition von Kundenorientierung lautet, auf Augenhöhe und partnerschaftlich mit unseren Kunden zu kommunizieren. In diesem Zusammenhang suchen wir aufgrund der mitunter äußerst unterschiedlichen und teilweise konkurrierenden Anliegen die bestmögliche Lösung für alle Beteiligten.

Was tun Sie konkret?

Kazzer: Unsere Kundenorientierung wird beispielsweise am Beschwerdemanagement erkennbar, das wir bereits vor sieben Jahren eingeführt haben. Seit vielen Jahren zählt auch die Jugendarbeit zu unserem festen Angebot. Zudem sei erwähnt, dass wir seit 2014 die Erreichbarkeit rund um die Uhr für unsere Kunden sichergestellt haben. Gleichzeitig wollen wir den ständigen Austausch mit unseren Mietern verbessern, um von deren Vorstellungen, Zufriedenheit und sich ändernden Bedürfnisse schneller zu erfahren.

Ist der neue Internetauftritt auch ein Aspekt der Kundenorientierung?

Kazzer: Auf jeden Fall. Mithilfe der neuen Website suchen wir mehr Dialog mit unseren Kunden. Nicht nur in Bezug auf die Dinge, die weniger gut laufen, sondern weil wir generell interessiert sind, mehr über Wünsche und Bedürfnisse zu erfahren. Aus der reaktiven Anlage der Kundenbeziehung soll aktive Gestaltung werden. Mit der neuen Site wollen wir zudem mehr Informationen zur Verfügung stellen, transparenter werden.

Mit dem Relaunch der Internetseite präsentiert die Hawobau auch ein neues Logo. Warum?

Kazzer: Ganz einfach: Es soll dokumentieren, dass wir uns weiterentwickelt haben und dies weiterhin tun. Das visuelle Erscheinungsbild unserer Gesellschaft soll zeitgemäßer, frischer und moderner aussehen.

Wohin will sich die Hawobau entwickeln?

Kazzer: Wir wollen uns ganz bewusst an sich wandelnde Anforderungen anpassen. Diese Anforderungen kommen aus unterschiedlichsten Richtungen, sei es weil sich gesetzliche Vorgaben verändern oder weil der demografische Wandel Veränderungen nach sich zieht. Wir beleuchten ständig unsere internen Arbeitsabläufe, um gemeinsam zu prüfen, ob Änderungen notwendig werden. Wir sind bereit und offen für neue Wege und uns ist klar, dass diese Weiterentwicklung ein dauerhafter Prozess ist.

Die Hawobau formuliert für sich, nachhaltig zu agieren. Woran kann man ihr nachhaltiges Handeln ablesen?

Kazzer: Um das Thema Nachhaltigkeit verständlicher und greifbarer zu machen, hat der Nachhaltigkeitsrat einen so genannten Deutschen Nachhaltigkeitskodex entwickelt. Anhand von 16 Kriterien können Unternehmen darlegen, auf welche Art und Weise sie nachhaltig agieren. Wir richten unser Handeln sowohl im Sinne der ökonomischen, der ökologischen als auch der sozialen Verantwortung aus. Es gilt, im Sinne der Nachhaltigkeit abzuwägen, welche Maßnahme sinnvoll und gleichzeitig geeignet ist, dass der Wohnraum bezahlbar bleibt.

Heißt konkret?

Kazzer: Insbesondere im Neubau legen wir Wert auf barrierearme Wohnungen und einen guten energetischen Gebäudezustand und auch in der Sanierung setzen wir hierzu die besten Lösungen um. Wir berücksichtigen die Verschiebungen in der Altersstruktur der Gesellschaft, indem wir so weit wie möglich altersgerechtes Wohnen ermöglichen. Weitere Beispiele sind unser Passivhaus, die Wahl der Baustoffe und die Tatsache, dass unser Fernwärmenetz nunmehr mit regenerativer Energie versorgt wird.

 

Das Interview wurde geführt von Oliver Zils von der Agentur Hauptsache Kommunikation